Mittwoch, 18. Mai 2016

Angela Schilling - Carolins Traumreich

Freundlicherweise wurde mir von der Autorin Angela Schilling auch ihr zweites Buch zur Verfügung gestellt, vielen lieben Dank!

Es hat mir viel Spaß bereitet die beiden Bücher zu lesen und ich hoffe, dass es bald ein weiteres Buch mit einer tollen Geschichte der Autorin geben wird.


Autor: Angela Schilling
Ausgabe: Kindle Edition
ASIN: B0198VS4NQ
Preis: 3,49 €
Bewertung: 4/5



Inhalt:
Aufgrund der Scheidung der Eltern ziehen Carolin und ihre Mutter nach Frankfurt um dort ihr Leben ohne Vater/Mann neu zu starten. Carolins Tante lebt mit ihrer Tochter Mimi seit Jahren dort, was den Neuanfang der beiden etwas erleichtern könnte. Aber der Start in der neuen fremden Stadt beginnt für Carolin nicht gerade wie erwartet bzw. wie erwünscht. Die neuen Kolleginnen mobben sie vom ersten Tag an in der Firma und auch der Juniorchef macht da keine Ausnahme. Da ist es nicht verwunderlich, als für Carolin in ihren Träumen alles so verläuft, wie sie es gern hätte. Aber warum fühlen sich ihre Träume so real an und warum träumt sie sich immer in eine bestimmten Gegend von Frankfurt? Auch spielt in ihren Träumen der Juniorchef Vincent eine große Rolle. Bald wird Carolin klar, dass ihre Träume mit dem wirklichen Leben vermischen...

Meine Meinung:
Das Cover gefällt mir ganz gut. Der blaue Himmel mit den Schäfchenwolken und der Fallschirm mit Herz lassen erahnen worum es in dem Buch geht. Um Träume, Realität und Emotionen. Ich schreibe bewusst "Emotionen", da es nicht nur um Liebe in dem Buch geht. Gefühle spielen in dem Roman eine große Rolle. Da ist die große Enttäuschung durch den Vater, der die Familie wegen einer jüngeren Frau verlässt - Verletzbarkeit, Trauer, Wut und Hass. Die neuen Kolleginnen und der Juniorchef - Einsamkeit, Schüchternheit und wieder Verletzbarkeit. Auch das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter hat sich durch die neue Umgebung und das neue Leben verändert. Carolin kommt oft mit schlechter Laune nach Hause und will sich in ihr Traumreich zurückziehen und die Mutter ist einsam und fühlt sich nutzlos, da sie keinen Job finden kann. Beide reden nicht mehr viel miteinander und wenn, dass streiten sie sich.

Carolin ist oft verwirrt was ihre Träume betrifft, da sie in einem völligen Gegensatz zu ihrem wahren Leben stehen. Da ist es nicht verwunderlich, dass sie anfängt ihre Träume mit der Realität zu vermischen. Ich gebe zu, dass das selbst mir als Leser nicht immer gelingt Traum von Realität zu unterscheiden. Carolins Zerrissenheit überträgt sich auch auf den Leser und macht es einem schwer den Überblick zu behalten.

Vincent ist im wahren Leben sehr oberflächlich und versnobt. In Carolins Träumen ist er einfühlsam, freundlich und zärtlich. Aber auch er hat es nicht leicht, muss er es doch jedem Recht machen, besonders seinem Vater. Der Druck lastet schwer auf seinen Schultern.

"Carolins Traumreich" ist ein Liebesroman mit einer anderen Interpretation von Zeitreisen. Das Ende war auch für mich überraschend und macht das Buch rundum stimmig.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass an einigen Stellen des Buches Rechtschreib-/Tippfehler vorkommen, auch wurde nicht immer die korrekte Grammatik verwendet. Aber das ist meine persönliche Sichtweise und sollte daher nicht als Negativpunkt gelten.


Fazit:
Das Buch ist eine leichte und unterhaltsame Lektüre für Zwischendurch und kann ich bedenkenlos empfehlen.

Sonntag, 24. April 2016

Angela Schilling - Marys Tagebuch


Verlag: Projekte-Verlag Cornelius
Autor: Angela Schilling
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3862377206
Preis: 14,50 €
Bewertung: 4,5/5



Inhaltsangabe:
Mary ist endlich fertig mit der Schule und freut sich ihre Zukunft als Studentin der Geschichte entgegen zu treten. Um sich Kosten für die Unterbringung zu sparen, zieht sie zu ihrer Oma Lotti nach Rabnitz. Die ersten zwei Wochen ihrer letzten Ferien hat sie für sich, denn Oma Lotti ist im Urlaub. Die Zeit wollte Mary eigentlich mit ihren Freunden und mit Partys verbringen, aber oft kommt es anders als man denkt. Am ersten Morgen öffnet sie die Tür zum kleinen Kräutergarten und staunt nicht schlecht, als sie eine Wiese mit einem Wald dahinter entdeckt. Völlig verwirrt, aber neugierig geht sie auf Erkundungstour. Dabei lernt sie Johannes kennen, der ihr sagt, dass es das Jahr 1850 ist. Die nächsten zwei Wochen verbringen sie viel Zeit miteinander und verlieben sich. Doch plötzlich ist das Zeitfenster wieder verschwunden und für Mary beginnt eine schwere Zeit. Doch Hannes ein neuer Freund, der wie sie Geschichte studiert, ist in dieser dramatischen Zeit eine große Stütze. War das mit Johannes real oder nicht? Und wieso ist Hannes immer so selbstlos an ihrer Seite?

Autorin:
Angela Schilling, Jahrgang 1954. Der Laune, sich quer durch die aktuelle Unterhaltungsliteratur zu schmökern, folgte die Lust, sich selbst am Schreiben zu versuchen. Das Erstlingswerk "Marys Tagebuch" beschäftigte sich mit dem Kribbeln im Bauch und der ersten großen Liebe. Trotzdem wurde es keine klischeehafte Liebesgeschichte, sondern eine romantischen Zeitreise, die die Illusion vermittelt, selbst mittendrin im Geschehen zu sein.
Besuchen Sie Angela Schilling auf ihrer Homepage: www.lese-art.de

Meine Meinung:
Zu aller erst möchte ich mich herzlich bedanken für dieses Rezensionsexemplar, welches mir so lieb die Autorin persönlich zur Verfügung gestellt hat. Es hat mir sehr viel Spaß bereitet es zu lesen, auch wenn es etwas länger gedauert hat es zu beenden.
Der Schreibstil ist einfach und flüssig, an manchen Stellen leider etwas zu "jugendlich", aber dem Lesevergnügen tut dies keinem Abbruch. Die Kapitel sind auch nicht übermäßig lang. Die Geschichte dreht sich mehr oder weniger um Mary, Johannes und Hannes. Anfangs fand ich es verwirrend Johannes und Hannes zu lesen, da es fast die gleichen Namen sind, aber zum Ende hin bekam das Ganze auch einen Sinn. Aber viel werde ich hier nicht über die Geschichte verraten, nur so viel, das Ende ist doch sehr überraschend.

Zum Cover:
Hier möchte ich gern wissen, was sich der Verlag dabei gedacht hat? Das Mädchen mit dem Handy ist kein bisschen authentisch, leider. Das Mädchen schätze ich auf 12-13 Jahre, aber Mary ist 18, somit eigentlich unpassend. Und dann die Größe, die passt doch eher zu einem Sachbuch als zu einem Roman. Dies bemängelte selbst die Autorin. Aber wie so oft sollte man das Buch nicht nach dem Einband bewerten.

Mein Fazit:
Es lohnt sich wirklich das Buch zu lesen. Als Printausgabe ist es fast nicht mehr erhältlich, aber als eBook-Version ist es bei Amazon erhältlich und zu einem erschwinglichen Preis. Das Buch kann ich vorbehaltlos empfehlen

Dienstag, 29. Dezember 2015

Rückblick auf das Lesejahr 2015

In diesem Jahr habe ich für meine Verhältnisse (ich bin eher ein Langsam-Leser) 30 Bücher gelesen. Es sind 7 mehr als im Jahr 2014.
Darunter waren sehr gute Bücher, aber auch ein ziemlich Schlechtes.

Hier meine Lesehighlights in diesem Jahr:

  • Der Gast im Garten von Takashi Hiraide - 5 Sterne
  • Der Zauber von Santa Rosa von Babs Horten - 5 Sterne
  • Rabensommer von Elisabeth Steinkellner - 5 Sterne

Überwiegend waren es 4 Sterne Bücher, darunter die Reihe "Das Geheimnis von Ashton Place" von Maryrose Wood. Insgesamt sollen es 6 Bücher werden, auf Band 6 muss ich aber leider noch warten. Ich hoffe doch nicht zu lange!

Ja und dann gab es noch ein Buch, welches ich nur 2 Sterne geben musste:
  • Der kalte Hauch des Flieders von Judith Hawkes

Ich bin eigentlich kein Freund von Vorsätzen, aber einen habe ich mir nun doch vorgenommen. Ich möchte versuchen mehr Bücher zu lesen als dieses Jahr. Vielleicht schaffe ich es.
Es sind jedenfalls genug auf meinem SuB, die endlich davon erlöst werden wollen. Zu Weihnachten sind sogar ein paar dazu gekommen. 
Von einer lieben Freundin habe ich ein hübsches Paket mit leckerem Tee, etwas Schoki und natürlich einem tollen Buch bekommen:

"Die Woll-Lust der Maria Dolors" von Blanca Busquets wurde mir von meiner Freundin empfohlen, es ist ein Lieblingsbuch von ihr. Ich bin gespannt, aber denke schon jetzt, dass es mir gefallen wird.
Dann kam noch ein Buch überraschend bei mir an von einem lieben Büchertreff-Mitglied - "Tage der Verwilderung" von Samantha Harvey. Auch darauf bin ich gespannt, aber es wird sicher keine leichte Lektüre, da die Krankheit Alzheimer im Vordergrund steht.


Ja und dann habe ich noch 3 Bücher geschenkt bekommen, darüber habe ich mich auch sehr gefreut. Am 17.12.2015 wurden diese 3 Bücher bei FrauTV vorgestellt und verlost und ich war eine der Glücklichen. 


Ein Kinderbuch von Nikolaus Heidelbach " Rosel von Melaten" aus dem Atlantik Verlag
dann von Jane Gardam "Ein untadeliger Mann" aus dem Hanser Berlin Verlag, und dann noch
von Joachim Meyerhoff "Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" aus dem Kiepenheuer & Witsch Verlag
Alle sechs Bücher möchte ich im Jahr 2016 lesen, aber natürlich möchte ich noch einige von meinem SuB befreien.

Ein weiterer Vorsatz, den ich mir vorgenommen habe, aber sicher nicht einhalten werde, ist, dass ich nicht mehr so viele Bücher kaufen will. Mein SuB wächst sonst ins unermessliche. 

Ich wünsche Euch allen einen guten und gesunden Rutsch ins Jahr 2016!
Ganz liebe Grüße und bis zum nächsten Jahr.

Eure Denise

Montag, 14. Dezember 2015

Ungewollte Pause...

Jetzt hat es mich doch tatsächlich auch erwischt - Erkältung!
Dieses Mal verlief diese nicht so glimpflich, sie wartete mit allem auf, was sie zu bieten hatte. Seit letzter Woche ist noch eine Nasennebenhölenentzündung dazu gekommen. Na ja was einem nicht umbringt...
Jetzt sind es ja nur noch wenige Tage bis Weihnachten, die Läden sind voll von Leuten und die Regale schon fast leer. Aber ich habe jetzt fast alle Geschenke zusammen. Es fehlen nur noch die für die Eltern, diese werden am Mittwoch besorgt.
Wir Kinder schenken unseren Eltern Gutscheine. Paps bekommt einen vom Obi-Baumarkt, darüber freut er sich immer. Und Mutti bekommt Massagen, welche sie sicher ganz gut gebrauchen kann. Sie arbeitet in einem Seniorenheim und muss körperlich Fit sein. Darüber wird sie sich sicher freuen.
Ich finde es immer recht schwierig den Eltern das richtige Geschenk zu machen, aber ich denke, dass man mit diesen Gutscheinen nicht falsch liegen kann.

Am Wochenende habe ich auch endlich mein Buch "Die Liste der vergessenen Wünsche" von Robin Gold beendet. Für dieses habe ich jetzt 2 Monate gebraucht. Eine separate Rezension werde ich zu diesem Buch nicht schreiben, es hat mir nicht besonders gefallen und daher auch nicht die Mühe wert, finde ich.
Es bekommt von mit mittelmäßige 3 Sterne.
Die Geschichte an sich ist ja nicht so schlecht, aber leider hat das Buch zwischendurch einige Längen, die einfach nicht hätten sein sollen. Dann kommt noch hinzu, dass mich das Buch an eine Freundin erinnerte, die ein ähnliches Schicksal erlitt wie die Protagonistin.
Im Buch stirbt neun Tage vor der Hochzeit der Verlobte von Clara durch einen schrecklichen Unfall. Die Liste, die sie im Alter von 10 Jahren geschrieben hatte, was sie bis zu ihrem 35. Lebensjahr erledigt haben wollte, half ihr über die schweren ersten Monate.
Bei meiner Freundin starb ihr Mann an Krebs. Sie waren über 26 Jahre zusammen, aber erst ein Jahr verheiratet. Die Ärzte sagten ihr und ihrem Mann, dass eine Therapie nur Zeit schindet, aber dennoch kam der Tod schlussendlich überraschend. Sie hat leider nicht so eine Liste, die ihr über den Verlust hinweg hilft, aber ich hoffe, dass sie es dennoch schaffen wird. Das erste Weihnachtsfest ohne ihn steht ihr bevor.

Mein neues Buch ist "Das Schneemädchen" von Eowyn Ivey, welches nun auch schon seit 3 Jahren auf meinem SuB lag. Nun wird es mal Zeit. Vielleicht lässt mich das Buch endlich mal den Winter fühlen, denn gerade ist nichts davon zu sehen, dass wir Winter haben.

Montag, 16. November 2015

Ein neues Wohnzimmer - endlich!

Seit gestern bin ich endlich fertig mit meinem Wohnzimmer. Das Renovieren hat doch tatsächlich eine Woche gedauert. Am schwierigsten war es, die alte Tapete von der Wand zu bekommen, eine richtige Geduldsaufgabe, denn der Vormieter hat keine Grundierung verwendet.
Ich bin froh, dass es nur eine Wand war, denn bei allen vier Wänden hätte es wahrscheinlich länger gedauert, da ich auch immer erst nach der Arbeit weitermachen konnte.
Aber es ist jetzt richtig schön und gemütlich geworden.


Die beiden großen Regale habe ich auch weiß lackiert und nun passen sie herrlich zu den anderen Regalen. Jetzt muss ich mir nur noch einige schöne Bilderrahmen und hübsche Bilder suchen und dann wird über den Regalen eine schöne Bilderwand angebracht.


Das alte Sofa haben wir dann noch mit Decken bezogen, damit man die Spuren meiner Subentiger nicht gleich sieht. Trotz Kratzbaum und Kratzrolle wetzt mein lieber Monsieur Cruchot (der Hübsche auf dem Fensterbrett) gern seine Krallen im Polster der Couch...


Diese Wandgestaltung sieht doch toll aus, oder? Mir gefällt es. Die Rückwände der beiden großen Regale habe ich gleich mit tapeziert. Sieht man nicht gleich auf dem ersten Blick, aber egal. Ich sehe es und finde es toll.



Meine große Monstera steht nun etwas höher auch als Schutz vor dem Kater, der auch hier gern seine Krallen schärft, vor allem aber hat sie jetzt viel Platz und kann gern noch größer werden. Der kleinen Medi gefällt es auch, wie es scheint.

Leider bin ich in der vergangenen Woche überhaupt nicht zum Lesen gekommen, was sehr schade ist. Aber das wird jetzt alles nachgeholt, denn ich will ja wissen wie es weiter geht mit Miss Lumley und ihren Schützlingen in Brighton.

Sonntag, 8. November 2015

Neugestaltung meines Wohnzimmers

Letzte Woche habe ich mir einen großen Eimer weißer Farbe besorgt, denn es passiert endlich - mein Wohnzimmer bekommt eine neue Wandgestaltung.
Seit Monaten möchte ich mein Wohnzimmer neu streichen und tapezieren, aber zuerst galt es über die richtige Farbe nachzudenken. Anfangs wollte ich alle vier Wände in ein schönes Schokobraun streichen, aber alle rieten mir davon ab. Es wäre sicher schön geworden, denn die Möbel sind weiß und somit ein schöner Kontrast zum Braun. Dann dachte ich eben nur 3 Wände in Braun oder Dunkelgrün, aber auch hier wollte niemand diesen Gedanken unterstützen. Schlussendlich habe ich mich für eine schöne Mustertapete von P+S International entschieden, welche an einer Wand angebracht wird und die übrigen drei Wände werden dann weiß gestrichen.
Hier ein Bild von der Tapete:

Jetzt wird das Zimmer doch recht hell, aber bestimmt auch schön ... hoffe ich!
Deswegen habe ich heute schon einmal angefangen meine Bücher aus dem Zimmer zu räumen. Das war gar nicht so leicht, denn ich musste sehen, wo ich alle unterbringen kann. Im Flur war noch Platz, somit konnte ich die kleineren Regale da aufstellen und die Bücher auch da wieder rein. 


Ganz schön leer jetzt im Wohnzimmer geworden, auch hallt es jetzt in dem Raum.
Aber es ist ja nicht für lange, ich hoffe, dass es bis zum Wochenende alles fertig ist und ich wieder alle Regale und Bücher an ihre Plätze stellen kann. Die beiden großen Regale und das Schränkchen, worauf der Fernseher steht, werden übrigens noch weiß gestrichen, dann passt alles schön zusammen
Sobald alles fertig ist, werde ich hier wieder berichten.

Einen schönen Sonntag Euch und bis bald!



Sonntag, 1. November 2015

Elisabeth Steinkellner - Rabensommer


Autor: Elisabeth Steinkellner
Ausgabe: Taschenbuch
ISBN: 978-3-407-81200-1
Preis: 12,95 €
Bewertung: 5/5

Inhalt:
Es ist der letzte gemeinsame Sommer für die vier Freunde Juli, Ronja, Niels und August. Sie sind beste Freunde und all die Jahre haben sie alles zusammen gemacht. Ein Jahr zuvor sind sie alle durch Europa gezogen und da kamen sich Juli und Niels näher. Sie kommen als Paar wieder nach Hause. Aber der letzte Sommer gemeinsam, nach der Matura (dem Abitur) ändert alles und nichts ist mehr wie es einst war. Jeder der Vier muss jetzt selbst und nur für sich entscheiden, wie es weiter geht ohne die anderen. Sie waren wie junge Raben - immer zusammen - doch nun sind sie erwachsen...

Autorin:
Elisabeth Steinkellner wurde 1981 geboren und wuchs im südlichen Niederösterreich auf. Lange Zeit wünschte sie sich nichts sehnlicher, als Zirkusartistin zu werden. Als sie zwölf war, und ihre Eltern immer noch keine Anstalten machten, sie endlich in einer Kompanie unterzubringen, änderte sie ihre Pläne und wollte fortan Schriftstellerin werden. Oder Meeresbiologin. Oder Schaufensterdekorateurin. Nach der Matura kam es anders: Sie machte eine Ausbildung zur Sozialpädagogin und absolvierte ein sozialwissenschaftliches Studium. In der Zwischenzeit entdeckte sie die Faszination des Zirkus von Neuem, schwamm in verschiedenen Meeren und dekorierte statt Schaufenstern ihre häufig wechselnden Wohnungen.
Nur die Lust am Schreiben will sich in nichts anderes verwandeln lassen und begleitet sie bis heute – zieht immer wieder an ihrem Rockzipfel, schlüpft mitunter nachts unter ihre Decke und hätte am liebsten ihre ungeteilte Aufmerksamkeit.

Meine Meinung:
Die Geschichte wird aus der Sicht von Juli erzählt und ist unterteilt in zwei Teile. Im ersten Teil sind sie alle noch zusammen- Sie sind glücklich, schauen auf die sich bewegenden Lichter ihres Heimatortes runter und genießen das Zusammensein. Keiner weiß was die Zukunft bringt. Werden sie trotz unterschiedlicher Wege Freunde bleiben?
Juli will studieren in der Großstadt, Niels muss das letzte Jahr wiederholen, seine Noten ließen einen Abschluss nicht zu, Ronja will Filmemacherin werden, doch vorerst geht sie nach London als Au pair und August - er hat noch keine Pläne.
Im zweiten Teil ist plötzlich alles anders. Die Vier sind von einander getrennt. Niels macht mit Juli Schluss. Sie fällt in ein tiefes Loch und plötzlich ist das Erwachsensein nicht mehr so verlockend, wie es zu Anfang schien - sie fühlt sich allein. Ronja geht nach London und auch August ist verschwunden, keiner weiß wohin. Niels meldet sich nicht, bei keinem seiner Freunde.
Die gut 200 Seiten des Buches sind schnell gelesen, dass aber nicht nur des Schreibstils wegen, welcher einfach und flüssig zu lesen ist. Die Autorin hat sich der Sprache heutiger Jugendlicher bedient, unkompliziert und ohne Schnörkel - klipp und klar. Die Kapitel sind ebenfalls nicht lang, im zweiten Teil sogar nur einzelne Wörter, ein Satz oder kurzer Abschnitt, was den Lesefluss aber keinesfalls behinderte. Selbst die Einkaufslisten Julis konnten eine Menge über sie aussagen.
Das Buch beschreibt das Gefühlschaos des Erwachsenwerdens mit all seinen guten und schlechten Seiten. Wie sich von jetzt auf gleich alles verändert und was diese Veränderungen bewirken können. Die Autorin beschreibt in den wenigen Seiten direkt und offen, wie das richtige Leben ist. Es ist recht schwer hier die richtigen Worte zu finden, denn das Gelesene bleibt im Kopf und veranlasst einen zum Nachdenken.
Jeder muss schlussendlich einmal erwachsen werden, sein Leben selbst in die Hand nehmen, Entscheidungen treffen und mit den dadurch entstehenden Konsequenzen leben. Dieses authentische Buch erzählt nur einen kleinen Teil - den Anfang! Das Leben ist voll von Emotionen und jeder nimmt Ereignisse anders auf. So auch Juli, als Niels mit ihr Schluss machte. Ihre Gefühle mag für manche übertrieben sein, da sie selbst Zweifel hatte, ob Niels ihre große Liebe ist oder nicht. Hier kommt aber noch hinzu, dass sie nicht nur ein Liebespaar waren, sondern auch beste Freunde. Diese Freundschaft ist nun durch das Schlussmachen auch vorbei. Ich kann ihre Gefühle nachvollziehen und litt mit ihr unter der Trennung. Für jeden verändert sich das Leben, wenn man erwachsen wird und das ist ja auch ganz normal. Man will selbst über sein Leben bestimmen, aber trotzdem soll Gewohntes so bleiben wie es ist/war. Es ist schwer was Neues anzufangen und das Altes hinter sich zu lassen, aber das gehört zum Leben und diese 200 Seiten zeigen es sehr deutlich.

Mein Fazit ist, dass dieses Buch den "Hans-im-Glück-Preis" sehr wohl verdient hat. Es schildert ehrlich, realitätsnah und offen das Erwachsenwerden, was Freundschaft bedeutet, und dass das Leben ohne Veränderungen nicht möglich ist. Eine absolute Leseempfehlung und ein Lesehighlight für mich in diesem Jahr.

Noch einmal ein herzliches Dankeschön an die Verlagsgruppe Beltz für dieses Rezensionsexemplar!