Freitag, 20. Juli 2012

Camilla Macpherson - Am Tag und in der Nacht

Autor: Camilla Macpherson 
Ausgabe: Klappenbroschur 
ISBN: 978-3-548-61057-3 
Preis: 8,99 € 
Bewertung: 4/5 

Inhalt:
Durch einen tragischen Schicksalsschlag scheint die Ehe von Claire und Rob kurz vor dem Aus zu stehen. Claire ist in einer schweren Depression und findet scheinbar nicht mehr aus ihr raus. Ihren Mann lässt sie nicht an sich ran und schiebt ihn immer mehr von sich weg. Eines Tages kommt ein Päckchen aus Kanada an – es ist Robs Erbe von seiner Großmutter. Als Claire es öffnet, findet sie Briefe aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, die Robs Großmutter von einer Daisy aus London bekam und ein schwarz-weiß Foto von einem glücklichen Paar. In dem Glauben, dass es die Großeltern sind, rahmt sie es und stellt es auf. Claire fühlt sich dieser Daisy sehr verbunden und beschließt sich einmal im Monat die Bilder, die sie in ihren Briefen beschreibt, in der National Gallery anzusehen. Schritt für Schritt schafft sie es mit Hilfe der Briefe aus ihrer Depression und in ihr Leben zurück.

Die Autorin:
Camilla Macpherson hat nach ihrem Studium in Oxford als Juristin in London und Mailand gearbeitet. Nach einigen z. T. preisgekrönten Kurzgeschichten ist Am Tag und in der Nacht ihr erster Roman. Camilla Macpherson ist mit einem kanadischen Musiker verheiratet, hat eine Tochter und lebt mit ihrer Familie in London.

Meine Meinung:
Zuerst fand ich das Buch fad und einseitig. Der Verlust eines Kindes ist wahrlich tragisch und sicherlich geht jede Frau auf ihre Art und Weise damit um, aber anfangs fand ich es schon etwas nervig die sich immer wiederholenden Schilderungen des Verlusts zu lesen. Auch konnte ich mich in die Protagonistin Claire nicht wirklich hinein fühlen und die komplette Schuldzuweisung an den Ehemann Rob fand ich schon sehr ungerecht. Ich habe schon überlegt abzubrechen, aber die Briefe von Daisy und die Kunstwerke haben mich davon abgehalten. Die Briefe bzw. die kurze Lebensgeschichte von Daisy fand ich sehr schön und interessant. London in den 1940er Jahren und das Leben zu dieser Zeit waren faszinierend. Und auch die Beschreibungen der Bilder in der National Gallery fand ich sehr schön, sowohl von Claire als auch von Daisy, die oft unterschiedlicher Meinungen waren.

Zum Schreibstil kann ich sagen, dass er einfach und flüssig zu lesen ist. Auch hat die Autorin an manchen Stellen eine schöne bildhafte Sprache eingesetzt, die es möglich machte, sich die Gemälde gut vorzustellen.

Das Cover zeigt eine junge Frau von hinten und eine nur schemenhaft angedeutete Stadt im Hintergrund. Über der Frau ist ein Ahornzweig mit wunderschönen roten Blättern. Mir hat es sehr gut gefallen, da es geheimnisvoll und traurig zugleich ausschaut.

Wie schon erwähnt, war ich anfangs nicht sehr begeistert von dem Buch, aber es änderte sich so ab der Mitte. Ich bin froh es durchgezogen zu haben und somit kann ich dem Buch Gutengewissens 4/5 Punkte vergeben.

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