Montag, 10. September 2012

Gisela Stelly - Goldmacher


Verlag: Arche Verlag
Autor: Gisela Stelly
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3-7160-2677-9
Preis: 24,95
Bewertung: 4/5

Inhalt:
1924: Ein Jahr nach der Großen Inflation kommen Franz und Anton zur Welt, der eine in München, der andere nahe Hannover. In dieser Zeit, in der die Verheißung, die Wunden des Ersten Weltkriegs durch ein Wunder zu heilen, auf einen immer fruchtbareren Boden fällt, werden ihre Familien schicksalhaft durch einen veritablen Goldmacher verbunden. Franz, Sohn eines Bankiers, wächst im Dunstkreis vom Wunderglauben und Okkultismus des Dritten Reichs auf, während Anton, Sohn eines Papierfabrikanten, durch den Bankrott des Vaters infolge des Goldmacherbetrugs von der Mutter lernt, im Wunderglauben die Werke des Teufels zu erkennen. In kindlichem Allmachtsgefühl schwört Anton, Franz durch die Wahrheit zu vernichten. In der Hitlerjugend treffen sie aufeinander, der aufklärungsbesessene Bücherwurm Anton Bluhm und der wettkämpferische Wunderweltenbauer Franz Münzer. Es ist der Beginn einer lebenslangen Freundschaft voller Ambivalenzen und Rivalitäten, voll von Liebesbegehren und familiären Brüchen und Aufbrüchen in Zeiten der Beschleunigung und der Lust auf Leben.
(Quelle: Amazon.de)

Autorin:
Die Schriftstellerin, Filmerin und Autorin Gisela Stelly ist im Berlin der fünfziger und sechziger Jahre aufgewachsen, hat Anfang der siebziger Jahre für Die Zeit (Redaktion Modernes Leben) geschrieben, in den siebziger und achtziger Jahren Dokumentar- und Spielfilme gedreht (Drehbuch und Regie), Anfang der neunziger Jahre ihren ersten Roman veröffentlicht und war von 1972 bis 1992 mit Rudolf Augstein verheiratet. Gisela Stelly Augstein lebt in Hamburg und in Berlin.
© André Rival

Meine Meinung:
Das Buch von Gisela Stelly empfand ich eher als Erzählung als einen Roman. Die Jahre zwischen 1924 und 2001 werden im Zeitraffer erzählt, manchmal etwas zu schnell, meiner Meinung nach.
Es geht um Anton Bluhm und Franz Münzer, die beide im Jahr 1924 geboren werden. Anton Bluhm ist der erste Sohn nach vier Töchtern des Papierfabrikanten Johann Blum und seiner Frau Katharina aus Hannover. Und Franz Münzer ist der erstgeborene von Hubert und Alexandra Münzer aus München. Hubert Münzer will ganz nach oben und beginnt mit dem General ein dubioses Geschäft, welches industriell hergestelltes Gold vorgaukelt. Johann Blum, der expandieren möchte, sieht in diesem Geschäft seine Chance und zeichnet für eine beträchtliche Summe Anteilsscheine. Dadurch verliert er seine Papierfabrik und stürzt seine Familie in die Armut. Wohingegen Hubert Münzer immer reicher wird.
Zum ersten Mal begegnen sich die beiden Jungs im Alter von 10 Jahren, als Anton mit seinem Vater den Amselhof am Starnberger See verlässt und Franz gerade mit dem neuen Auto des Vaters ankommt, aber nur Franz sieht Anton. Ein paar Jahre später, sind beide Jungs in der Hitlerjugend und treffen aufeinander bei der Erntearbeit. Von da an beginnt eine richtige und langanhaltende Freundschaft zwischen den beiden.
Von hier an begleitet der Leser die jeweiligen Leben von Anton und Franz, wie beide ihren Weg gehen, eine Familie gründen ihre Träume verwirklichen und und und …
Wie in jeder Freundschaft haben auch Anton und Franz ihre ganz eigenen Höhen und Tiefen, aber schlussendlich kann sich jeder auf den anderen verlassen, wenn einer der beiden den anderen braucht.
Der Schreibstil ist einfach gehalten und angenehm zu lesen. Der Roman ist in vier große Kapitel, welche sich auf einen Abschnitt von 21 Jahren beziehen, aufgeteilt. Diese sind wiederrum in Unterkapitel aufgeteilt. Ich hätte mir gewünscht, wenn diese Unterkapitel nicht nur aus einer Zahl bestünden, sondern vielleicht auch eine Jahreszahl enthalten hätten. Es war schon etwas schwierig zu wissen in welchem Jahr man sich jetzt befand. Desöfteren musste ich die Zeittafel nutzen, die sich auf den Innenseiten der Buchdeckel befindet, um ungefähr zu wissen wo man sich jetzt befand.

Fazit:
Alles in allem hat mir der Roman von Gisela Stelly gut gefallen. Was mir gut gefallen hat, ist, dass geschichtliche Ereignisse Deutschlands in diesen Roman mit eingebunden waren, dadurch ist die Geschichte authentischer, meiner Meinung nach.

Das Buch kann ich allen empfehlen, die gerne die realistische Geschichte Deutschlands geschickt eingewoben in eine fiktive Story um eine lebenslange Freundschaft zweier Männer lesen möchten.

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