Sonntag, 25. November 2012

Denis Thériault – Siebzehn Silben Ewigkeit


Verlag: dtv
Autor: Denis Thériault
Ausgabe: Taschenbuch
ISBN: 978-3-423-24743-6
Preis: 8,90 €
Bewertung: 4,5/5

Klappentext:
„Es war eine großartige, originelle, derart geniale 
und gewagte Idee, dass Bilodo erschrak … 
Doch er wusste: Er hatte keine andere Wahl.“

Bilodo, ein junger Briefträger aus Montreal, geht seinem Beruf scheinbar zuverlässig nach. Niemand ahnt, dass er nach Dienstschluss einem geheimen Laster frönt: Er öffnet handgeschriebene Briefe und träumt sich in das Leben fremder Menschen. Dass er sich dabei in die Brieffreundin eines Mannes aus dem Zustellbezirk verliebt, war nicht vorgesehen. Als sein Rivale ums Leben kommt, ersinnt Bilodo einen verwegenen Plan: Wenn der Briefwechsel nicht abreißen soll, muss er in die Identität des anderen schlüpfen …

Ein bezaubernder Roman über die Macht der Liebe, die Unausweichlichkeit des Schicksals und der Kraft der Poesie.

Meine Meinung:
Bilodo ist mehr oder weniger ein Einsiedler in der Stadt Montreal. Er ist Briefträger, er macht seine Arbeit gern und erledigt sie zuverlässig. Er hat wenig Freunde, eigentlich so gar keinen sozialen Kontakt zu anderen außer zu Robert, sein bester Freund und Kollege und die Bedienung in seinem Stammlokal „Madelinot“. Eines seiner Hobbys ist die Kalligrafie, die er in jeder ihm bietenden Freizeit auslebt. Und genau deswegen wird er von vielen seiner Kollegen belächelt. Er lässt sich nicht daran stören. Sein liebstes, aber auch heimliches Hobby ist das Öffnen handgeschriebener Briefe über Wasserdampf. Und so trifft er auf Ségolène, in die er sich verliebt. Sie lebt auf Guadeloupe und hat einen regen Briefwechsel mit einem Grandpré, der in der Rue des Hêtres wohnt, die in Bilodos Zuständigkeitsbereich fällt. Diese zwei Brieffreunde schreiben sich ausschließlich in Form von Haikus und Bilodo ist vom ersten Moment der japanischen Gedichtform verfallen. Durch einen tragischen Unfall, bei dem Grandpré ums Leben kommt und Bilodo Zeuge dessen ist, sieht Bilodo seine Liebe zu Ségolène gefährdet und beschließt in die Identität von Grandpré zu schlüpfen. Anfangs gestaltet sich das etwas schwierig, da er sich erst in die Materie des japanischen Dreizeilers einarbeiten muss, aber nach einigen schlaflosen Nächten und seine Liebe zu Ségolène klappt es. Leider soll sein Glück aber nicht von Dauer sein.

Das Buch ist sehr poetisch und gefühlvoll geschrieben. Einmal angefangen, ist es einem kaum möglich das Buch wieder aus der Hand zu legen. Mit seinen gerade mal 154 Seiten auch sehr schnell ausgelesen, aber meiner Meinung nach sollte man sich beim Lesen dieses Buches Zeit nehmen. Von Haikus habe ich schon vorher gehört und auch einige gelesen und mir gefällt diese Art von Lyrik. Die beiden Hauptcharaktere sind bildhaft und gefühlvoll und auch ihre Liebesgeschichte steht dem nicht nach. Auch kommt an manchen Stellen Spannung auf, so auch beim Ende des Buches. Das Ende war schon überraschend, aber passend und hat mir auch sehr gut gefallen.

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