Donnerstag, 22. Oktober 2015

Jutta Wilke - Dornenherz


Autor: Jutta Wilke
Ausgabe: Hardcover 
ISBN: 978-3-649-61370-1
Preis: 14,95 €
Bewertung: 5/5


Kurze Inhaltsangabe:
Seit einem Jahr ist sie tot – ihre Schwester Ruth.

Und auch Anna hat das Gefühl seit diesem schicksalhaften Tag nicht mehr lebendig zu sein. Ihre Eltern kümmern sich nicht wirklich um sie, sind in ihrer eigenen Trauer gefangen. Besonders Annas Vater geht ihr aus dem Weg. Und Leon – eigentlich war er der Freund von Ruth – er verbringt viel Zeit mit ihr, aber ist das auch ihretwegen?
Am Jahrestag beschließt Anna nicht auf den Friedhof zu gehen, wie ihre Eltern und Leon. Sie flüchtet in den Park, in dem sie früher oft zum Zeichnen gegangen ist. Seit einem Jahr hat sie ihre Malutensilien nicht angerührt. Im Park, der eigentlich auch ein Friedhof ist, begegnet ihr eine schwarze Katze. Sie schaut sie an, als wolle sie ihr was zeigen. Anna beschließt ihr nach zu laufen und gelangt so in einen Teil des Parks, in dem sie noch nie vorher war. Eine wunderschöne Engelsstatue steht dort mitten in einem Meer weißer Rosen. Anfangs hielt sie die Statue für ihre Schwester, denn etwas Ähnlichkeit ist da schon. Ihr gefällt dieser Engel so gut, dass sie ihn anfängt zu zeichnen.
Und plötzlich ist da dieser Junge – Phil – der die Rosen gepflanzt hat und sie pflegt. Phil geht Anna seither nicht mehr aus dem Kopf…

Autorin:
Jutta Wilke, geboren 1963 in Hanau am Main, wollte während der Grundschulzeit zunächst Zoodirektorin werden. Der heiß ersehnte Bio-Unterricht auf dem Gymnasium erwies sich jedoch als todsterbenslangweilig. Den Zoodirektor hakte sie deshalb ab. Dafür begeisterten sie Bücher immer mehr. Und das Schreiben erst recht.
Völlig aus Versehen studierte sie nach dem Abitur allerdings Jura. 1988 machte sie zunächst das erste Staatsexamen und heiratet noch im gleichen Jahr. 1991 folgen dann das zweite Staatsexamen und eine Ausbildung zur Fachanwältin im Familienrecht.
Sie bekommt fünf Kinder, arbeitet 12 Jahre als Anwältin, wird geschieden bis schließlich das Gefühl kommt: Es reicht. Sie will endlich das machen, was sie am besten kann: Schreiben.
So erscheinen 2008 erste Veröffentlichungen kleiner Auftragsarbeiten. Sandmännchen, Adventskalender und Geschenkbüchlein. Nebenher arbeitete sie an ihrem ersten Roman, der schließlich 2011 im Coppenrath Verlag erschien.

Meine Meinung:
Die Gestaltung des Buches ist wunderschön und gefällt mir sehr. Der Schutzumschlag ist transparent und verziert. Das Buch auch und somit ergänzen sich Buch und Umschlag. Auch das Innere des Buches kann sich sehen lassen. Jedes neue Kapitel, in dem Anna und Phil vorkommen, beginnt mit einem Gedicht über Rosen.
Die zweite Geschichte ist in kursiv geschrieben, so kann man die beiden Handlungsstränge gut auseinander halten.
Anna und Phil sind in der Gegenwart – Johanna und Philipp in der Vergangenheit.
Jutta Wilke hat einen schönen Schreibstil, der Spaß macht zu Lesen. Das Buch erzählt die Geschichte aus der Sicht von Anna bzw. Johanna. Dadurch bekommt man einen Eindruck in ihre Gefühlswelt.
Anna hat es nicht leicht und will es jedem Recht machen seit dem Tod ihrer Schwester. Sie gibt sich die Schuld daran, denn hätte sie den Bus nicht verpasst …
Ihre Eltern bemerken nicht, wie sich ihre Tochter verliert, sie stecken selbst tief in ihrer Trauer fest. Es versucht jeder allein mit diesem schmerzlichen Verlust fertig zu werden, obwohl oder vielleicht weil sie eine Familie sind.
Nebenbei erfahren wir die traurige Geschichte über die Entstehung der Engelsfigur. Sie stellt ein junges Mädchen da, das vor langer Zeit in Deutschland lebte. Ihre Eltern wollen das Land verlassen aus wirtschaftlichen Gründen und sie soll mit Ihnen nach Amerika auswandern. Zusammen mit ihrem aufgezwungenen Verlobten. Aber sie liebt einen anderen Mann –Philipp den Künstler. Er setzte mit seiner Engelsfigur ein Denkmal für seine einzig wahre und verlorenen Liebe.
Die beiden Geschichten sind eigentlich für sich, dennoch gehören sie zusammen. Am Schluss laufen beide Handlungsstränge zusammen und mir hat dieser Schluss sehr gefallen. Er ist wunderschön und traurig zugleich, diese Geschichte bzw. das Buch ließ mich auch nach dem Lesen nicht los.
Die Moral der Geschichte ist wohl, dass wir für uns selbst leben und nicht für andere. Jeder hat nur ein Leben und sollte es leben, wie es einem gefällt und was einem glücklich macht, und dass kein Mensch ist ersetzbar ist.

Fazit:
Das Buch beschreibt die Liebe zweier Menschen, den Umgang und die Verarbeitung eines sehr schmerzlichen Verlustes und das Erkennen, dass man sich nicht verlieren darf.
Die Autorin versteht mit den richtigen Worten Gefühle zu vermitteln, die einen berühren und nicht sobald loslassen. Das Buch kann ich vorbehaltlos empfehlen und bekommt von mir volle Punktzahl.

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